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Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, 6/2003 vom 7. Februar 2003

Weihbischof Dr. Klaus Dick segnet über 100 Jahre verschollene Statue

Madonna kehrt in Kirche zurück

von Horst Baumann

NEUBODDENBERG. Die über 100 Jahre verschollene Madonnen-Statue (wir berichteten in der Ausgabe 5/03) steht nach der Restaurierung seit Sonntag wieder in der Kirche St. Nikolaus in Leverkusen-Neuboddenberg. Weihbischof Dr. Klaus Dick war zur Wiederkehr der Statue nach St. Nikolaus gekommen, um die Muttergottes mit dem Kind auf der Mondsichel in einem Festgottesdienst zu segnen. "Maria verdeutlicht am Tag der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) die herausragende Stellung des Erstgeborenen, damals wie heute", so der Weihbischof. Zu Beginn der Feierlichkeiten hatte Pfarrer Stefan Klinkenberg die Statue eigenhändig in die Kirche getragen. Pastoralreferentin Inge Metzemacher erinnerte an die wechselvolle Geschichte der Mariendarstellung, die jetzt wieder ihren Platz in der St.-Nikolaus-Kirche gefunden hat.

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Leverkusener Stadtanzeiger vom 03. Februar 2003

Schatz aus den Flammen gerettet

Maria mit Kind ist zurück
von Thomas Käding und Jan Sting

Weihung der MarienstatueNach einigen Umwegen wurde die Statue endlich in der Heimatkirche neu geweiht: Diakon Alfons Kalmer, Weihbischof Klaus Dick und Pfarrer Stefan Klinkenberg (von links nach rechts) im Gottesdienst mit der restaurierten Madonna. Künftig hat sie Ihren Platz in der Neuboddenberger St. Nikolauskirche. Seit Jahrhunderten ist die Marienverehrung eine feste Größe im Glauben. Vor allem in Notzeiten suchen viele Menschen Zuflucht zur Gottesmutter.

Gestern weihte Bischof Klaus Dick die 250 Jahre alte Statue in der Kirche Sankt Nikolaus.Den Kopf zur Seite geneigt schaute die Muttergottes auf ein volles Kirchenschiff. Ein außergewöhnlicher Moment war das für die Bürger Neuboddenbergs. In der ursprünglichen, vom Künstler beabsichtigten Farbgebung, befreit von Gips und nicht zuletzt wieder im Zentrum der Kirche Sankt Nikolaus, konnte Weihbischof Klaus Dick die Marienfigur just zu Mariä Lichtmess einsegnen. Katholiken, evangelische und orthodoxe Christen feiern dies am 2. Februar. „Das Fest steht für einen entscheidenden Einbruch. Göttliches Licht wurde in die Welt vermittelt“, erklärte Dick. Über Jahrhunderte sei die bildliche Darstellung Mariens ein Trost für die Menschen gewesen, in jeder Notsituation werde die Muttergottes angerufen.
Mit der Weihe fand eine Geschichte ihren vorläufigen Abschluss, die kunsthistorisch geradezu abenteuerlich ist und in den vergangenen Monaten in der Werkstatt der Opladener Restauratorin Diana Grass spielte. Dort wurde die etwa 250 Jahre alte Holzstatue wieder in einen Zustand versetzt, der - im Licht heutiger Erkenntnisse - als originalgetreu bezeichnet werden darf. Etwa 20 000 Euro hat die Restaurierung gekostet. Schließlich hatte die Figur schon einige Reparaturen hinter sich - auch solche, die nicht immer den restauratorischen Erfordernissen entsprachen.
Am 18. März 2000 war die Figur auf dem Dachboden des Pfarrhauses von St. Nikolaus aufgefunden worden, nachdem sie über 90 Jahre nicht mehr in einer Kirche gestanden hatte. In der neuen Nikolaus-Kirche hatte die Maria mit Kind sogar noch nie einen Platz. Dagegen gehörte die Statue einst zu den wichtigsten Ausstattungsteilen des Gotteshauses in Alt-Steinbüchel. Küster Wilhelm Breuer rettete die Figur aus den Flammen, nachdem in der Silvesternacht 1778 / 79 der Blitz in den Turm der Kirche eingeschlagen war und das Dach in Brand gesetzt hatte.
Etwa 120 Jahre später schien die Maria ihre Bedeutung eingebüßt zu haben. Als die alte Nikolaus-Kirche abgerissen wurde, war es wiederum Sache des Küsters, die Statue zu retten: Peter Lützenkirchen nahm die Figur an sich. Danach lag sie viele Jahre auf dem Dachboden des Hofs „Kleinen Driesch“, wurde dort bei einem Bombenangriff während des 2. Weltkriegs beschädigt, machte 1966 noch einen Umzug mit und fand schließlich in den 90er Jahren wieder den Weg in eine Kirche. Dass es dann noch so lange dauerte, bis sie wieder aufgestellt wurde, macht die Marienfigur vielleicht noch ein bisschen wertvoller. . .

Foto: Ralf Krieger

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Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, 5/2003 vom 31. Januar 2003

Weihbischof Dr. Klaus Dick wird sie der Gemeinde am Sonntag zurückgeben

Verschollene Marien-Statue wiederentdeckt und restauriert

von Horst Baumann

Begutachtung

Begutachtung der Skulptur mit Dipl.-Restaurator Marc Peez vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege und Dipl.-Restauratorin Diana Grass.

LEVERKUSEN. Nach über 100 Jahren kehrt eine Muttergottes-Statue wieder in die Pfarrkirche der St.-Nikolaus-Gemeinde in Leverkusen-Neuboddenberg zurück. Weihbischof Dr. Klaus Dick wird am Sonntag, die renovierte Statue segnen und der Gemeinde in der 9.30-Uhr-Messe übergeben.
Die Geschichte der Marienstatue beginnt etwa im Jahre 1750. Ein bis heute unbekannter Künstler schuf die Muttergottes mit dem Jesuskind, die auf einer Mondsichel steht. Ihr erster Platz war die 1051 erbaute Nikolaus-Kirche in Altsteinbüchel. Durch Blitzschlag wurde die Kirche in der Neujahrsnacht 1779 zerstört, der Küster und Organist Wilhelm Breuer rettete die Madonnen-Skulptur. Zehn Jahre später bekam die Madonna wieder ihren Platz im neuen Gotteshaus. Etwa 100 Jahre später wurde 1895 die heutige Pfarrkirche St. Nikolaus in Neuboddenberg eingeweiht. Beim Abbruch der alten Kirche rettete der Küster und Organist Peter Lützenkirchen die Madonna vor der Zerstörung. Da sich in der Pfarrgemeinde niemand für die Statue interssierte, schenkte er sie seiner Tochter Maria Sülz. Nach über 100 Jahren entschlossen sich die noch lebenden Enkel von Peter Lützenkirchen der Pfarrgemeinde die Statue zurückzugeben. Das war im Jahre 2000.
Die Marien-Statue mußte jedoch dringend renoviert werden. An den Kosten beteiligten sich die Steinbüchler Familien Sülz, Breuer, Müller und Syring sowie das Kölner Generalvikariat. Die Arbeiten führte die Diplom-Restauratorin Diana Grass aus Leverkusen-Opladen aus. Sie konnte das Alter der Statue bestätigen, den Künstler allerdings nicht bestimmen. Die Unterlagen waren offensichtlich beim Brand von 1779 vernichtet worden. Die Madonna wurde nicht im herkömmlichen Sinne restauriert, sondern konserviert. Zu sehen ist der Zustand nach einer Restaurierung, die nach dem Kirchenbrand durchgeführt wurde.

Foto: Ralf Krieger

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Kölner Stadtanzeiger vom 25. Oktober 2002

Mit Störleim, Kreidekitt und Blattgold

Der Barockaltar von St. Alban in Liblar wird in wochenlanger Kleinarbeit restauriert

von Horst Komuth

Hochaltar St. AlbanViel Arbeit wartet auf die Restauratorinnen.

Zwei Restauratorinnen entfernen an dem sakralen Kunstwerk Schmutz und Risse, um dort später Farbe und Blattgold aufzutragen.
Erftstadt-Liblar - Der Name des Meisters, der diesen Barockaltar schuf, ist unbekannt. Doch was im Jahre

1743 geschaffen wurde, wirkt meisterlich: geschnitzte Engel, vergoldete Kapitelle, Säulen mit marmorierter Farbgebung und ein Tabernakel, der sich drehen lässt. Der Zahn der Zeit nagte jedoch arg am sakralen Schnitzwerk aus Nadelholz, berichtet Restauratorin Diana Grass. Rußablagerungen durch Kerzen entdeckte sie an vielen Stellen des etwa zehn Meter hohen Altars, der aus vier Etagen besteht. „Viel Arbeit macht auch eine dicke Staubschicht, die mit einer enzymhaltigen Substanz entfernt werden muss. Hier wurde seit Jahrzehnten nichts mehr gesäubert und ausgebessert.“ Vorsichtig entfernte sie auch Dreck auf dem großen Altargemälde, das Maria mit dem Jesuskind zeigt. Der Meister dieses Werks ist ebenfalls nicht bekannt. Restauratorin Grass aus Leverkusen und ihre Mitarbeiterin Vanadis Karhof aus Düsseldorf werden wochenlang damit beschäftigt sein, zahlreiche schadhafte Stellen nach einem festlegten Schema auszubessern.

Vandis Karhof
Vanadis Karhof trägt an schadhaften Stellen Kreidekitt auf, die später einen Farbanstrich erhalten und mit Blattgold überzogen werden.

Nach der Grundreinigung werden abstehende Teile ans Holz geleimt und abblätternde Teile der Bemalung gesichert. Dafür wird Störleim verwendet. „Dieser tierische Grundstoff aus der Blase des Störfischs wird aus Russland importiert und schon seit Jahrhunderten für die Ausbesserung verwendet“, erläutert Diana Grass. Dann wird millimetergenau Kreidekitt aufgetragen. Darüber kommt das Blattgold. „Durch die rote Grundierung wirkt die Goldschicht noch feuriger“, ergänzt die Fachfrau. Gleich über den beiden diplomierten Expertinnen, die im Schein eines Halogenstrahlers auf einem Gerüst sitzend arbeiten, hängt ein hölzerner Engel. Dem mussten wegen der Stahlkonstruktion des Gerüstes vorübergehend die Flügel abgeschraubt werden. „Wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir uns die Figur näher ansahen. Der war nicht verschraubt, sondern hing nur behelfsmäßig an einem Seil. Die Konstruktion löste sich.“ Eine fachmännische Verankerung habe wohl zu viel Geld gekostet, mutmaßen die Restauratorinnen. Belege dafür, dass in früheren Jahren gespart wurde, fänden sich auch auf der Rückseite des Altars. Von Blattgold ist hier nichts mehr zu sehen. „Es glänzt nur das, was die Gläubigen sehen können.“ Im Dezember also, sollen der Altar und Figuren der benachbarten Grafenkapelle in neuem Glanz erstrahlen. Pfarrer Winfried Jansen beziffert die Gesamtkosten für alle Arbeiten auf mehrere zehntausend Euro.

Fotos von: Komuth

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Leverkusener Stadtanzeiger vom 19. April 2002

Die Irrfahrt der Madonna mit Kind ist beendet
von Thomas Käding

Madonna mit Kind

Viel Geschichte, viele Schichten: Die etwa einen Meter große Madonna mit Kind bei der Opladener Restauratorin Diana Grass.

Eine wahre Odyssee hat eine 250 Jahre alte Madonna hinter sich. Bald soll sie Sankt Nikolaus in Neuboddenberg zu neuem Glanz verhelfen.
Die Geschichte ist nicht nur aus kunsthistorischer Sicht abenteuerlich: Als in der Neujahrsnacht 1778 / 79 der Blitz in den Turm der alten Sankt-Nikolaus-Kirche in Alt-Steinbüchel einschlug und das Dach in Flammen aufging, rettete Küster Wilhelm Breuer das Wichtigste - unter anderem die damals etwa 30 Jahre alte Skulptur Maria mit Kind. Die Kirche wurde wieder aufgebaut, und auch die Maria kam wieder an ihren alten Platz. Ein Jahrhundert später indes schien die gut einen Meter hohe Skulptur an Bedeutung verloren zu haben. Im Neubau von Sankt Nikolaus fand sie offenbar keinen Platz mehr. Der überlieferung nach war es wiederum Sache des Küsters, die Maria mit Kind zu retten. Als die alte Kirche um die Wende zum 20. Jahrhundert abgerissen wurde, nahm Peter Lützenkirchen die Statue an sich. 1910 übergab er die Maria seiner Tochter Maria. Fortan befand sich die Skulptur auf dem Hof "Kleinen Driesch“, wurde bei einem Bombenangriff wohl beschädigt, machte 1966 noch einen Umzug mit und erlebte einen Restaurierungsversuch mit Gips. Vor drei, vier Jahren schien die Maria mit Kind in den Schoß der Kirche zurückzukehren. Willi Sülz, ein Lützenkirchen-Nachkomme, übergab die Skulptur an Pfarrer Wolber. Er möge dafür Sorge tragen, dass die Statue restauriert und in der neuen Nikolaus-Kirche in Neuboddenberg aufgestellt werde.
Doch es bedurfte wiederum einer Initiative aus der Lützenkirchen-Familie, um die Dinge in Gang zu bringen. Am 17. März 2000 begab sich Generosa Breuer auf die Suche nach der Skulptur. Einen Tag später wurde die arg ramponierte Maria mit Kind gefunden: auf dem Dachboden des Pfarrhauses. Schnell war klar, dass sie grundlegend restauriert werden musste. "Was das kostet, davon hatten wir keine Vorstellung“, sagt heute Wolfgang Müller, Mitglied des Kirchenvorstands. Ihm ist die Restaurierung genau so ein Herzensanliegen wie seiner Tante Generosa Breuer und weiterer Verwandtschaft. Als Breuers Neffe Willi Sülz vorigen Sommer 90 wurde, gab es Spenden für die Madonna anstelle von Geschenken. Gleiches geschah an Generosa Breuers 70. Geburtstag. Zuletzt wurde am 31. Oktober für die Restaurierung gesammelt beim Begräbnis von Wolfgang Müllers Vater Josef. Inzwischen war auch klar geworden, wie aufwändig es sein würde, die Maria mit Kinde wieder zu einem strahlenden Mittelpunkt von Sankt Nikolaus zu machen.
Die Opladener Restauratorin Diana Grass
hatte das hölzerne Kunstwerk begutachtet, ebenso die Spezialisten des Rheinischen Amts für Denkmalpflege in Brauweiler. Rund 20 000 Euro und viel Zeit wird es kosten, die Maria wieder herzustellen. Glücklicherweise zeigten Demarchen der Neuboddenberger beim Kölner Generalvikariat Wirkung. Etwa 85 Prozent der Kosten übernimmt das Erzbistum, den Rest muss die Gemeinde tragen. "Das Geld haben wir zusammen“, sagt Wolfgang Müller. Jetzt hat auf der einen Seite die Zeit der Vorfreude begonnen - und auf der anderen die Zeit der vorsichtigen Restaurierungsarbeit. Weihnachten soll Maria mit Kind wieder in Sankt Nikolaus einziehen. Dann gibt es ein großes Fest. Am liebsten natürlich mit Kirchenprominenz zur Weihe.

Foto: Brita Berg

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Leverkusener Stadtanzeiger vom 21. Februar 2002

Sattes Gelb und Grün
Elke Driftmeier erzählt in ihren Bildern von ihrem Aufenthalt in Mexiko
von Ingeborg Schwenke-Runkel


Elke Driftmeier

Aus Farbschichten und Schriftreihen löst sich eine Maske. Elke Driftmeier hat die Eindrücke ihres Mexiko-Aufenthalts künstlerisch verarbeitet.

Farbe, Form und Schrift - das sind die drei Elemente, die die Arbeiten von Elke Driftmeier kennzeichnen. Spanisch mag das dem Betrachter der Ausstellung im Küppersteger F.i.T.-Institut vorkommen. Das stimmt auch, denn die Buchstaben, die Wörter und Sätze, die sich über die Bildflächen ergießen, sind in Spanisch geschrieben. Sie erinnern an den Aufenthalt der Kunsterzieherin und Künstlerin in Mexiko. Fünf Jahre lebte und arbeitete sie im mittelamerikanischen Land. Wer lesen will, kann lesen, doch letztlich geht es der 33-Jährigen nicht um das Entschlüsseln der Zeichen. Sprache ist für Elke Driftmeier eines der Mittel, um ihre Eindrücke festzuhalten. Wenn sie diese zu Papier bringt, ritzt sie ihre Erlebnisse ins Gedächtnis. Sie erzählt und speichert das Erzählte in einem Arbeitsgang. Die Motive in ihren Bildern haben alle mit der Geschichte des Landes zu tun: Tonmasken oder Tempelanlagen steigen aus den Tiefen der Bildfläche empor. Sie tauchen auf und versinken gleichzeitig im Hintergrund. Schrift und Formen spiegeln sich in einem Zwischenreich von Wirklichkeit und Vorstellung. Der Farbauftrag verstärkt diesen Eindruck. Schicht um Schicht deckt er die Bilder auf und bettet sie wieder zu. Die Künstlerin, die an der Rheindorfer Grundschule unterrichtet, verarbeitet nicht nur ihre eigenen Erinnerungen, sondern zeigt auch, wie Land und Stadt Mexiko von Traditionen geprägt sind. Und dann die Farben - an ihrer Leuchtkraft sollst du sie erkennen: sonnengetränkt, lichtdurchflutet strahlen Gelb, Orange, Rot, Rosa und Grün so intensiv wie Gerbera-Blüten oder reifes Obst. Erdigbraun, nebelgrau, das sind die Grundtöne der Arbeiten, die in Deutschland entstanden sind - ohne Einfluss der Sonne, ohne Schrift und ohne figurative Elemente geben sie sich abstrakt und streng. Zeichen spielen auch darin eine Rolle, eine Art versetztes Dreieck taucht immer wieder auf. Markante Liniengeflechte, die mit Kraft ins Papier gerissen sind, bilden den Kontrast zur ruhigen Flächigkeit: "Da lassę ich meine Aggressionen raus." Doch so weit, dass sie den Untergrund verletzt - wie weiland Lucio Fontana - geht Elke Driftmeier nicht. Sie schlitzt die Leinwand nicht auf. Großformatig Die großformatigen Bilder brauchen Raum. Im Flur und in den Unterrichtsräumen des F.-i.-T.-Instituts hängen sie zu dicht, um ihre Wirkung entfalten zu können. Doch die Mutter der dreijährigen Elena-Sophie, die in Mexiko geboren ist, ist glücklich, so schnell eine Ausstellungsplattform gefunden zu haben. Erst seit gut einem Jahr wohnt sie in Leverkusen. Die Verbindung zur kunstinteressierten Institutsleiterin Ursula Geider ergab sich aus einer Notwendigkeit heraus. Während des Transportes der Möbel und Bilder im übersee-Container war eine der Arbeiten schlecht geworden. Sie schimmelte. Elke Driftmeier wandte sich an Diana Grass, die in Opladen ihre Werkstatt hat. Die Restauratorin war von der satten Farbenpracht so begeistert, dass sie beim F.i.T.-Institut anfragte. Mit Erfolg. So können deutsche Betrachter die Freude über die Arbeiten mit der deutschen Botschaft in Mexiko-Stadt und mit dem Goethe-Institut teilen. Dort hingen etliche der Bilder bereits. Elke Driftmeier: colores, formas, escritura

Foto: Holger Schmitt

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Leverkusener Stadtanzeiger vom 16. Mai 2001

Hecker-Kreuz in City-Kirche Leverkusen
Jesus soll wieder leuchten
Opladener Restauratorin Grass arbeitet in luftiger Höhe
von Thomas Käding

Hecker-Kreuz mit Gerüst

DOMINANTE in der Wiesdorfer Kirche Herz Jesu: das bemalte Holzkreuz des Kölner Künstlers Peter Hecker hat arg gelitten. Eine Woche lang wird das Kunstwerk von 1929 sorgsam restauriert So lange wird die Hallenkirche von 1928 nicht von der Kunst beherrscht, sondern von eitlem Gerüst. Ende nächster Woche soll alles wieder In frischem Glanz erstrahlen. Wer sich davon überzeugen will: Die Kirche ist samstags von 9 bis 12 Uhr zugänglich außerdem zur Marktandacht mittwochs; um 12:30 Uhr.

Ruß, Staub, Vogelkot dagegen ist auch ein Jesus nicht gefeit. Nicht mal in einem Gotteshaus. Also beherrscht in dieser Woche nicht das große bebilderte Holzkreuz die strenge Hallenkirche Herz-Jesu in Wiesdorf, gegenüber vom Kauhof - sondern ein sieben Meter hohes Stahlgerüst. Auf dem hat sich die Opladener Restauratorin Diana Grass häuslich eingerichtet, um den Gekreuzigten von den Spuren des Verschleißßes zu befreien.
Das ist dringend nötig. 39 Jahre hängt das 5,50 Meter hohe und um zehn Zentimeter breitere Bildnis an seinem Platz, ursprünglich stammt die Darstellung sogar von 1929. Das hat die Restauratorin bei ihren Voruntersuchungen festgestellt. Schöpfer des Motivs ist ein wenigstens im Rheinland renommierter Kirchenmaler: der Kölner Peter Hecker. Er hat im Dom gewirkt und die St. Mechtern-Kirche in seiner Heimatstadt mit einer 1925 modernen Darstellung der Bergpredigt versehen. Sein Wandbild "Heiland der Großstadt" zeigt Jesus zwischen Autos und Vergnügungslokalen. Kunsthistoriker sehen die Wurzeln von Heckers Bildideen in den sozialkritischen Romanen des 19. Jahrhunderts.
Sein Kreuz in Herz Jesu atmet kaum etwas von diesem Geist. Trotzdem ist das Bild - Wasserfarben auf Papier übrigens, das dann auf den hölzernen Korpus aufgeklebt wurde - in den 30er Jahren abgenommen und durch ein geschnitztes Kreuz ersetzt worden, "das einen starken Jesus zeigt', berichtete gestern Pfarrer Michael Kuhlmann. Erst 1962 wurde das Hecker-Kreuz wieder aufgehängt, vor ein paar Jahren bekam es einen Rahmen aus Holz.

Schon da war klar, dass das Kunstwerk restauriert werden muss. Schließlich handelt es sich streng genommen nur um ein Provisorium. "Das Gemälde war ursprünglich nur als Vorlage für ein Mosaik gedacht", hat Restauratorin Grass herausgefunden. Inzwischen ist das Papier vergilbt und an vielen Stellen eingerissen, die Farben haben gelitten, der Vogelkot hat dem Kunstwerk besonders zugesetzt.

Reinigungsmaßnahmen

FEINARBEIT in luftiger Höhe: Diana Grass beginnt die Restaurierung des bemalten Holzkreuzes am Kopf.

Diana Grass neutralisiert die Säuren und trägt oberflächlichen Schmutz ab. Dass sie diese Arbeiten in bis zu sieben Meter Höhe erledigt, resultiert aus eine kühlen Risiko-Abwägung. Es ist einfacher, die Restauratorin aufs Gerüst zu schicken als das schwere Holzkreuz abzunehmen. Denn niemand weiß genau, wie das Kreuz an der Wand der Wiesdorfer Kirche befestigt ist.
Fotos: Holger Schmitt

 

 



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Grenz-Echo vom 18. Januar 2001

Mit Geld der König-Baudouin-Stiftung
Altarbild restauriert
von nemo

Altarbild vorher

Der Altar der Kapelle Merlscheid wurde mit einem speziellen Verfahren gegen Wurmbefall behandelt...

In dem kleinen Weiler Merlscheid erfuhr die örtliche Kapelle in den vergangenen Monaten ein sichtbares "Lifting", das u.a. die dringende Restaurierung des Altargemäldes vorsah.

Altarbild nachher

...während das Altargemälde, eine Darstellung der Kreuzigung Christi aus dem späten 19. Jahrhundert, einer eingehenden Restaurierung unterzogen wurde.


Nachdem die Außenmauern des kleinen Gotteshauses saniert und das Dach instandgesetzt worden war, galt die vorrangige Aufmerksamkeit dem Erhalt bzw. der Aufwertung
des Altargemäldes, das -Öl auf Leinwand- die Kreuzigung Christi zeigt und nachweisbar aus dem 19. Jahrhundert stammt.
Möglich wurde die Restaurierung dank der Unterstützung der König-Baudouin-Stiftung, die einen Zuschuss von 5000 Euro gewährte, d.h. drei Viertel der Gesamtkosten, die für die Restaurierung des Gemäldes sowie für die Behandlung des Altares und des Mobiliars gegen Wurmbefall. Ausgeführt wurden letztere Arbeiten durch ein Fachunternehmen aus Petit-Rechain, wobei die gesamte Kapelle während drei Tagen hermetisch abgegriegelt und unter Gas gestellt wurde, was die Abtötung der Holzwürmer bewirkte.
Für die Behandlung des Gemäldes - das zu diesem Zwecke während fünf Monaten entfernt worden war - zeichnete Diana Grass, Diplom-Restauratorin aus Leverkusen, verantwortlich.
Im Vorfeld dieser Arbeiten hatte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft, die gleichfalls 1000 Euro zu dem Projekt beisteuert, Maßnahmen zur Trockenlegung der Außenmauern durchführt. Auch waren die Dachrinnen und die Fallrohre instand gesetzt worden. Als letzte Etappe steht nun die Sanierung des Innenraumes an, wo laut Ratsbeschluss vom 9. Oktober als dringendste Maßnahme ein neuer Innenanstrich "fällig" wäre.

Fotos: Diana Grass

 

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Leverkusener Stadtanzeiger vom 12. Oktober 2000

Existenzgründerin
Wertvolles wird erst durch ihre Hände schön
von Thomas Käding

D. Grass im Atelier

Die Idee stammt aus der vierten Klasse, als Diana Grass mit der Schule das Römisch-Germanische Museum in Köln besuchte. Alte Gegenstände, alte Gemälde - das faszinierte das Schulkind ungemein. Die Geschäftsidee indes ist ein paar Jahre jünger. Die Leverkusenerin hatte inzwischen ihr Diplom als Restauratorin vor Augen - und eine Existenzgründung im Sinn.
Anfang des Jahres bezog Diana Grass ihr Atelier an der Opladener Birkenbergstraße. Ein Darlehn half ihr bei der Ausstattung der Werkstatt, zu der neben speziellen Lampen und einer Klimatisierung auch eine Alarmanlage gehört.
Dieser Aufwand verwundert nicht, denn die Gemälde und Holzskulpturen, die sie im Moment bearbeitet, haben beileibe nicht bloß einen ideellen Wert: Die Flügel des Marienaltars aus einer Kirche im thüringischen Buchfart stammen von 1492, die Maltafel daneben dürfte auch nicht viel jünger sein.
Tritt man näher an diese Kunstwerke heran, wird die Faszination dieser alten Arbeiten fast greifbar. Schöne Kunst, reizvolle Aufgaben für die Restauratorin, zweifellos. Aber kann man damit auch Geld verdienen? O ja, sagt nicht nur die 31 Jahre alte Unternehmerin. O ja, sagt auch Hermann-Peter Schmitz, Gründungsberater bei der Sparkasse Leverkusen. Er hat den Business-Plan von Diana Grass penibel geprüft. Und er hält die Geschäftsidee für so gut, dass die Restauratorin auch beim laufenden Gründungswettbewerb StartUp gute Chancen hätte.
Viel versprechend an der Ein-Frau-Firma ist vor allem die Qualifikation dieser einen Frau. Diana Grass gehörte zu den ersten Absolventinnen des Studiengangs für Restauratoren an der Fachhochschule Erfurt. Mit den vier Jahren Studium ist die Ausbildung der Leverkusenerin indes längst nicht ausreichend gewürdigt. Voraussetzung für die Zulassung zu dem Mini-Studiengang - Erfurt entlässt pro Jahr nur fünf bis zehn Absolventen - ist ein zweijähriges Vor-Praktikum. Diana Grass hat drei Jahre am Rheinischen Amt für Denkmalpflege in Brauweiler gearbeitet und davor eine Handwerks-Ausbildung gemacht: als Malerin und Lackiererin.
Lohn dieser Mühen sind nicht nur solideste Fachkenntnisse, sondern auch Kontakte in der Szene. Und die sind unter Restauratoren viel wert. Das Restaurieren von Kunstwerken ist - ganz klar - Vertrauenssache. Da sind Kirchengemeinden auch nicht anders als private Kunstsammler, welche Frau Grass ebenfalls zahlreich in ihrer Kundschaft versammeln will.
Zu ihren künftigen Aufträgen gehört die Konservierung eines Kruzifixes in der Wiesdorfer Herz-Jesu-Kirche. Zu den vergangenen die Restaurierung eines Ölgemäldes, das Jahrzehnte lang zusammengerollt auf einem Dachboden lag und von Diana Grass wieder zu einem Schmuckstück gemacht wurde. Dazu musste sie neue Leinwand anschweißen, um das Bild wieder auf einen Rahmen aufziehen zu können. Danach wurden Farben nach alten Rezepturen angerührt, um die Farbschicht zu rekonstruieren, die an den Knickstellen abgeplatzt war. Wie viel Arbeit hinter so etwas steckt, zeigen Aufnahmen eines Mikroskops. Wer glaubt, ein Bild bestehe nur aus Leinwand und einer Bildschicht, vergisst Firnis und Patina. Letztere sollte bei einer Restaurierung nicht verloren gehen.
Da ist Diana Grass ganz Dienerin der Kunst.

Foto: Holger Schmitt

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Diana Grass belegte für den Regionalwettbewerb 2001 von StartUp den 4. Platz.


4. Platz, Urkunde StartUp


 

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